Die FF-Seehausen ist eine von 23 Freiwilligen Feuerwehren im Lande Bremen. Unser Ausrückebezirk besteht aus zwei Stadtteilen Seehausen-Hasenbüren und Rablinghausen, einem Hafengebiet (Neustädter Hafen) und dem größten Industriegebiet (Güterverkehrszentrum Abkürzung GVZ ) in Bremen.
In Seehausen leben 1159 und in Rablinghausen 3085 Menschen.
Wir haben eine Stärke von 28 Mann und besitzen 2 Löschfahrzeuge, ein LF 8/6 und ein LF 16 TS.
Die FF-Seehausen gehört mit den FF’s aus Strom, Huchting, Neustadt und Arsten zum Abschnitt-Süd im Bereich der Feuerwache 4 der Berufsfeuerwehr (BF) Bremen.
Wir sind für Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung ausgebildet und auch ausgestattet. In unserem Ausrückebezirk gibt es viele Gefahren wie man sich durch den Hafen und das GVZ vorstellen kann. Aber nicht nur Lagerhallen und Schiffe sind ein großes Gefahrenpotential sondern auch der größte Yachthafen an der Weser, Bremens Kläranlage und auch die Reetdächer der alten Bauernhäusern in Seehausen-Hasenbüren, sowie Kindergärten, Schulen und ein Seniorenheim.
1936 wurde die FF-Seehausen gegründet, damals als Pflichtwehr weil sich keine Männer fanden die den Löschdienst übernehmen wollten.
In der Zeit von 1936-2007 hat die Wehr natürlich zahlreiche Einsätze gefahren. Bauernhaus Brände weswegen sie damals gegründet wurde. Durch die nähe vom Hafen sind über dem Ortsteil im Krieg viele Bomben abgeworfen worden so das die Wehr in dem Zeitraum zu vielen Einsätzen kam.
Einsätze die immer wieder bei Diensten zur Sprache kommen sind Feuer auf einem Bauernhof wo mehrere FF’s Alarmiert wurden und der damalige Wehrführer sie mit den Worten empfangen hat „ Wat wollt du hier, dat is us Füer“ (Was wollt ihr hier das ist unser Feuer).
Es brennt ein Schuppen Straße „Am Glockenstein“. Ein alter Schuppen mit Reetgedecktem Dach brannte in voller Ausdehnung. Aufgabe hierbei, da der Schuppen nicht mehr zu retten war die benachbarten Gebäude mit ihren Reetdächern zu Schützen, die Teilweise schon brannten. Dies gelang nur Teilweise ein Nachbarhaus mit Anbau brannte ebenfalls vollständig ab. Glück im Unglück war das die Anwohner von einem Angler der das Feuer bemerkte aus dem Bett geklingelt wurden. Es war ein Großaufgebot der Feuerwehr Bremen im Einsatz, mehrere Wachen der BF sowie zahlreiche FF’s kamen mit Unterstützung des Feuerlöschbootes zum Einsatz, dies wurde angefordert da der Wasserdruck in der Stadtleitung und der Pumpen die das Wasser aus der Weser holten einfach nicht reichte. Die Nachlöscharbeiten dauerten mehrere Tage.
Die FF-Seehausen wurde und wird auch immer wieder zu Großschadenslagen in der Stadt Bremen angefordert. In den 80ern bei einem Großfeuer auf dem Werksgelände der Firma Kocks, einer großen Industrieanlage. Bei diesem Feuer waren wohl alle Feuerwehren der Stadt Bremen nach um nach im Einsatz. Es mussten unter Schweren Atemschutz Glutnester ausfindig gemacht und bekämpft werden.
Zahlreiche Baumwollbrände in den 80-90 Jahren hielten die Feuerwehr Bremen im Hafen gebiet im Atem. Baumwolle wurde gerollt und sehr hoch verdichtet transportiert, bei Bränden war daher eine hohe Anzahl von Einsatzkräften von Nöten. Auch die FF-Seehausen wurde immer wieder zu solchen Einsätzen angefordert. Heute wird Baumwolle in Containern befördert und das Risiko eines Großbrandes ist dadurch gefallen. Zur Verdeutlichung bei einem solchen Einsatz wurden mal brennende Ballen ins Hafenbecken geschmissen, sie wurden mehrere Tage im Becken gelassen als man sie wieder rausholte dauerte es nicht lange und sie brannten wieder.
Als bei einem Sturm über der Nordsee ein Schiff mit Gefahrgutfässern Schlagseite bekommen hatte und mehrere Fässer defekt waren. Wurde es nach Bremen in den Neustädter Hafen geschleppt, um hier die Ladung von der Feuerwehr zu bergen. Alle drei Gefahrgutzüge waren mehrere Tage damit beschäftigt. Da aber irgendwann kein durchtauschen der Kameraden mehr möglich war wurde die FF-Seehausen als Ablösung dazu gerufen. Dabei Sammelten wir unsere ersten Ehrfahrungen bei einem Gefahrguteinsatz.
Zur Rettung von vermissten und Bergung von Toten wurden wir bei einer Gasexplosion von einem Seniorenheim angefordert. Auch hier war die Feuerwehr über mehrere Tage im Einsatz und es waren viele Einsatzkräfte gebunden.
Genauso bei der Suche eines Seglers der auf der Weser mit seinem Boot gekentert war.
In den letzten Jahren kam es immer wieder vor das wir nach Starken Regen in das Stadgebiet gerufen wurden um vollgelaufene Keller leer zu pumpen.
Auch bei Sturm sind wir immer wieder im Einsatz, meistens liegen Bäume auf der Straße oder drohen zu fallen und bilden so eine Gefahr für die Allgemeinheit.
Ein Einsatz zu dem wir öfter Alarmiert werden ist die Rettung von Großtieren. Pferde, Rinder oder Kühe die in Gräben laufen und aus eigener Kraft nicht wieder heraus kommen.
Hierfür haben wir uns 2006 spezielles Hebegeschirr und Gurte angeschafft. Das ein Kamerad von uns Tierarzt ist und er diese Ausrüstung nach unseren speziellen Wünschen Fertigen lassen hat kommt uns natürlich zu gute.
Einige Kameraden haben sich dazu entschlossen eine Ausbildung zum Erst Helfer (First Responder) zu machen. Dies dient zur Unterstützung des Rettungsdienstes, für den Fall das die beiden Rettungswagen auf der Wache 4 oder in Huchting im Einsatz sind. Da Rettungswagen von anderen Standorten zu lange Anfahrtswege haben. First Responder gehören in vielen Bundesländern schon zum Alltag. Ein Erst Helfer hat keine Ausbildung zum Rettungsassistenten er ist lediglich dazu da die Lebenswichtigen Funktionen bis zum eintreffen des Notarztes aufrecht zu erhalten. Aber ein normaler Erste Hilfe Lehrgang reicht dafür nicht. Die Kameraden werden intensiv auf die Situationen die sie erwarten können geschult.
Die Beispiele einiger Einsätze zeigen die Bandbreit unserer Aufgaben. Dabei ist es natürlich wichtig nicht bei Einsätzen die Erfahrung zu sammeln sondern durch Übungen immer auf alles vorbereitet zu sein. Dies wird bei Dienstabenden und an Wochenenden getan.
So konnten wir in den letzten Jahren auch an mehreren Großübungen Teilnehmen wie z.B.:
- In Berlin auf einem Großen Gelände der ehemaligen Roten Armee.
- In Wilhelmshaven konnten die Kameraden da retten von Menschen und löschen eines Schiffes auf einem Zerstörer üben.
- Die Deichverteidigung wurde in unserem Gebiet mit mehreren FF’s dem THW, dem Fernmeldezug und dem DRK geübt.
- Eine Großübung bei uns im Yachthafen mit mehreren Schadenslagen
(Bootshallenbrand, Gefahrguteinsatz oder Verkehrsunfall) und verletzten
Darstellern.
- Auch das Klärwerk stellte uns ihr Gelände für eine Großübung zu Verfügung. Auch hier wurden mehrere Schadenslagen angedeutet (Explosion auf einem Faulturm, Verkehrsunfall Rettung von Verletzten aus Betriebbereiche, Löschen von Hallen). Dabei waren das DRK, der Fernmeldezug und der komplette Abschnitt-Süd.
Dies sind nur einige Aufgaben für die wir Ausgebildet sind und werden.
Sie sollten noch wissen das es in Deutschland 1.500 000 Feuerwehrleute gibt. Von diesen 1,5 Mil. sind 1.000 000 Freiwillige Feuerwehrleute.
Überlegen sie sich als Chef einer Firma ob sie ihren Angestellten der Dienst bei einer FF macht für einen Einsatz gehen lassen.
Jeder von uns kann in einer Gefahrensituation kommen, stellen Sie sich vor es kommt keiner zum Helfen.
Andreas Schwarz

